I. Präambel

Aufgaben des Schulprogramms

Das Schulprogramm des Phoenix Gymnasiums ist das Ergebnis der Zusammenarbeit von Eltern, Schülerschaft und Lehrerkollegium. Es gründet auf gesellschaftlichen Vorgaben, den personellen und räumlichen Möglichkeiten der Schule, ihrer pädagogischen Tradition und den Bedingungen des Schulumfelds. Unser pädagogisches Konzept, unsere schulischen Angebote und Schwerpunkte sowie geplante Entwicklungen sollen in diesem Schulprogramm dargestellt werden.
Das Schulprogramm nutzt die offenen Gestaltungsspielräume der Richtlinien und Kerncurricula, indem es die allgemein formulierten Ziele staatlicher Vorgaben konkretisiert und in ein für das Phoenix Gymnasium verbindliches Gesamtkonzept einbindet. Die eindeutig formulierten Ziele des Schulprogramms und seine Verbindlichkeit schaffen für die Schulgemeinde und die außerschulische Öffentlichkeit Transparenz und bieten die Möglichkeit schulinterner und externer Überprüfung.

Veränderte Kindheit, veränderte Anforderungen - veränderte Schule!

Es ist Aufgabe von Schule, den Schülerinnen und Schülern eine Orientierung in unserer heutigen Welt zu geben, sie auf die Welt von morgen vorzubereiten und Möglichkeiten für eine sinnvolle Lebensgestaltung aufzuzeigen. Dabei hat sie die Ausgangsbedingungen zu berücksichtigen und auf der Basis einer Prognose zukünftiger Entwicklungen, auf die Schülerinnen und Schüler vorbereitet werden sollen, zu arbeiten.
Die Kindheit ist heute von einer durch eine explosionsartig wachsende Wissensfülle beeinflussten Welt geprägt. Medien und eine sich beschleunigende technische Entwicklung stellen eine Fülle von Angeboten bereit. Gewandelte Familienstrukturen, die Problematisierung von Werten in den 70er Jahren und ihre Folgeerscheinungen, das Vorhandensein unterschiedlicher Wertesysteme führen vielfach zu einer Werteunsicherheit, die die Erziehung beeinflusst.
Die Anforderungen der Berufswelt verlangen von unseren Schülerinnen und Schülern neben fachlichen Basisqualifikationen vernetztes Denken, Teamfähigkeit und den sinnvollen Umgang mit einer wachsenden Informationsfülle. Eine demokratisch organisierte Gesellschaft erfordert die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung für sich selbst und für andere. So weit zukünftige Entwicklungen überhaupt vorhersehbar sind, ist zu erwarten, dass diese Grundstrukturen auch für die Zukunft bestimmend bleiben werden. Die technischen Entwicklungen zielen auf eine weiterhin zunehmende Vereinfachung der Informationsbeschaffung und damit auf eine eher noch wachsende Reizüberflutung; Globalisierung und Computerisierung erfordern hohe Qualifikationen bei denjenigen, die sich in einem harten Konkurrenzkampf durchsetzen wollen, gleichzeitig ein hohes Maß an Fähigkeit, die Bedürfnisse anderer zu berücksichtigen, wenn sie einem der europäischen Kulturtradition verpflichteten, demokratisch orientierten Menschenbild gerecht werden wollen.
Eine Schule, die Verantwortungsbereitschaft vermitteln will, muss selbst dazu bereit sein, die Verantwortung für sich selbst zu tragen und darf sie nicht auf eine numinose „Behörde“ abwälzen. Deswegen hat sich das Phoenix-Gymnasium zur Teilnahme am Modellversuch „Selbstständige Schule“ entschlossen.

Leitbild

Unterrichtliche Arbeit ist dadurch bestimmt, dass sich der alte Lernbegriff der Vermittlung eines festen, geschlossenen Wissenskanons zu einem neuen Lernbegriff erweitert: Lernsituationen müssen so gestaltet werden, dass fachliches und überfachliches Lernen, individuelle und soziale Erfahrungen, der Bezug zur Praxis und zum gesellschaftlichen Umfeld eingeschlossen werden. Lernkompetenz aufzubauen bedeutet mehr als die Aneignung von Wissen, Arbeitsmethoden und Arbeitstechniken. Es bedeutet auch die Entwicklung von Lerndispositionen, von Techniken der Selbstmotivation und Selbstkontrolle.
Dabei ist allerdings gesichertes Wissen als Basis für lebenslanges Lernen unverzichtbar.
Das Phoenix-Gymnasium fühlt sich dem aus der europäischen Kulturtradition erwachsenen Humanitätsideal verpflichtet und will es sowohl über Inhalte als auch über Verfahrensweisen transportieren. Aus einer solchen Wertegrundlage kann Urteilsfähigkeit erwachsen.
Erziehungsziel ist, dass die Schülerinnen und Schüler lernen, ihr Leben im Bewusstsein eigener Ziele verantwortlich und erfolgreich zu führen und die Rechte und Bedürfnisse anderer zu respektieren. So will die Schule den Schülerinnen und Schülern dabei helfen, mit anderen Menschen gleich welcher Herkunft umzugehen und auf sie einzugehen: sie sollen lernen, die eigene Person in der Gruppe zu behaupten, aber auch zurücknehmen zu können.
Dies aber kann nur derjenige, der in seinen Rechten und Bedürfnissen respektiert wird. Die Schule muss dazu beitragen, das Selbstwertgefühl und das Verantwortungsbewusstsein der Schülerinnen und Schüler zu fördern. Dazu gehört die Schaffung eines Klimas des Vertrauens, der gegenseitigen Achtung und Akzeptanz, der Glaubwürdigkeit und Authentizität. Dort, wo man sich sachlich und fair auseinandersetzt, haben Aggressionen und Gewalt gegen andere keinen Raum.
Schule wird auf diese Weise zum Ort, an dem sinnvoll und mit Interesse gemeinsam gearbeitet und bisweilen auch gefeiert wird.

Entwicklungsstand am Phoenix-Gymnasium

In der Nachfolge der PISA-Diskussion kristallisiert sich eine Umorientierung von einer Input- zu einer Outputkultur heraus: Richtlinien geben nur noch vor, was am Ende eines Abschnitts erreicht werden soll; die Wege dorthin müssen in Fachkonferenzen abgesteckt und in der konkreten Arbeit mit einer Lerngruppe selbstständig gefunden werden. Eine solche Output-Orientierung setzt eine hohe Verantwortlichkeit der Lernenden für ihren eigenen Lernprozess voraus, die wiederum von der Schule initiiert werden muss.
Durch die Teilnahme am Modellversuch „Selbstständige Schule“ nutzt das Phoenix-Gymnasium die Gelegenheit, notwendige Veränderungen der Lernlandschaft aktiv mit zu gestalten.
Die Schwerpunkte unserer Arbeit im Modellprojekt liegen
  • im Bereich Unterrichtsentwicklung:
    • in der Förderung der Schülerinnen und Schüler in der Mittelstufe (Überwindung von Lern-Unlust)
    • in der Teambildung im Kollegium zur gegenseitigen Beratung mit dem Schwerpunkt „Einsatz verschiedener Unterrichtsmethoden“
    • in der systematischen Förderung selbstständigen Arbeitens
  • im Bereich Organisationsentwicklung
    • im verstärkten Einsatz nicht lehrenden Personals für Verwaltungs- und andere, unterrichtsfremde Aufgaben zur Entlastung der Lehrerinnen und Lehrer mit dem Ziel der stärkeren Konzentration auf unterrichtliche Tätigkeit
    • in der verstärkten Nutzung von außerschulischen Institutionen zur Ergänzung des schulischen Angebots.