Erdkunde Exkursion zum Braunkohlentagebau Garzweiler

 

Am 15.01.2009 machte der Erdkunde Grundkurs der Stufe 11 von Frau Gärtner zusammen mit dem 13-er Grundkurs Erdkunde von Frau Lindenberg eine Exkursion zum Braunkohleabbaugebiet Garzweiler.

Nachdem wir in einem Informationszentrum zunächst einen Vortrag über die Energieversorgung in Deutschland und die Bedeutung des Braunkohleabbaus gehört hatten, wurden wir im Bus von einer kompetenten Begleiterin durch das Gebiet geführt, wo wir alles sehen konnten.

Das Gebiet Garzweiler ist ein Tagebau der RWE Power AG und erstreckt sich westlich von Grevenbroich (Rhein-Kreis Neuss) bis hin zur Autobahn 44.

Das Braunkohlerevier wurde nach einem Dorf benannt, das der Braunkohleförderung weichen musste.

Jährlich werden in Garzweiler 35-45 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert. Das Gebiet selbst gliedert sich in zwei Teile, dem älteren Garzweiler I und dem neueren Garzweiler II, die nahtlos ineinander übergehen und zusammen eine Größe von 114 Quadratkilometern haben.

Die geförderte Kohle wird innerhalb des Geländes auf riesigen Förderbändern transportiert.

Um die umliegenden Kraftwerke, wie das Kraftwerk Frimmelsdorf und Neurath, mit Braunkohle beliefern zu können, wurde die Nord-Süd-Eisenbahnstrecke gebaut.

Auf dem Gelände gibt es eine eigene Feuerwehr mit Rettungsmannschaft, die sich besonders auf den Umgang mit Unfällen und Bränden im Bereich der Braunkohleförderung spezialisiert hat.

Der Tagebau Garzweiler bewegt jährlich rund 140 Millionen Kubikmeter Abraum (= Löß, Sand und Kies). Diese unverwendbaren Erdschichten werden verwendet, um bereits ausgekohlte Bereiche des Tagebaus zu verfüllen. Das Restloch, das übrig bleibt, soll zu einem See umgestaltet werden, der symbolisch für die naturräumliche Veränderung und die Rekultivierung des rheinischen Braunkohlereviers stehen soll.

Beim Thema Umsiedlung sind die RWE und die meisten Bewohner der Dörfer geteilter Meinung. Der Energiekonzern verspricht Entschädigungen in materieller und sozialer Hinsicht, jedoch ist die zwanghafte Umsiedlung in eine Nachbildung des eigentlichen Dorfes eine starke psychische Belastung, besonders auch für ältere Leute.

Es war eine schöne Erfahrung, zu sehen, wie riesig so ein Abbaugebiet ist, wie groß die Maschinen sind und wie ein rekultiviertes Gebiet sowie neu entstandene Dörfer von Nahem aussehen.

                                                                                                    von Kristin Tabea Ciprina (11)